Das war’s!

August 10, 2009

Bye Bye Israel und Palästina! Das war’s ich habe das Land verlassen und meine Heimreise begonnen. Die letzten Wochen waren noch einmal sehr intensiv. Ich habe an diversen leider wie gewöhnlich eher frustrierenden Aktionen teilgenommen, noch einige sehr liebe Menschen kennengelernt und haufenweise Fotos geschossen.

Mein Aktionismus konzentrierte sich in den letzten Wochen hauptsächlich auf Bil’in und Sheikh Jarrah. In Bil’in, dem für seinen friedlichen Widerstand bekannten Dorf, wurden in den letzten Wochen viele Kinder, Jugendliche und erwachsene Demoteilnehmer und – organisatoren festgenommen, ja nahezu entführt.
Offensichtlich bekommen die Israelischen Besatzungsverantwortlichen Angst vor den zunehmend bekannterwerdenden Demonstrationen, deren Interessen durch die wachsende Medienaufmerksamkeit immermehr Zuhörer finden. Daher scheint man nun zu versuchen den Protest zu brechen.
In Nacht und Nebel Aktionen hat die israelische Armee das Dorf mit Dutzenden von Soldaten überfallen und Verhaftungen bzw. Entführungen durchgeführt. Anfangs konzentrierte man sich auf Kinder und Jugendliche, denen man vorwarf auf Demonstrationen Steine geworfen zu haben. Einige der Kinder kamen (im Austausch gegen Informationen über das Dorf, die Demo und deren Organisatoren) wieder frei, anderen stehen noch Monate in der Haft bevor. In den letzten Wochen verlagerte sich der Fokus der Verhaftungen nun auf Erwachsene Dorfmitglieder, die die Demonstrationen organisieren. Ich verbrachte einige Nächte in Bil’in um die Soldaten zusammen mit anderen Internationalen und Israelis davon abzuhalten weitere Entführungen durchzuführen.
In den letzten Wochen fanden zudem mitternächtliche Demos statt um gegen die Entführungen zu protestieren.
In Sheikh Jarrah einem eher besser gestellten palästinensischen Stadtteil in Ostjerusalem ist ein Siedlungsbauprojekt geplant, dem etwa 28 palästinensische Häuser zum Opfer fallen werden. In den letzten Wochen bekamen die Besitzer besagter 28 Häuser Evakuierungsbefehle. Keine der Familien folgte dem, stattdessen entschloßen sich natürlich alle in ihren Häusern zu bleiben, die gewaltsame Evakuierung abzuwarten und ihr, soweit es geht, zu trotzen. Auch zu diesem Grund waren Internationale und Israelis aufgerufen Zeit mit den betroffenen Familien zu verbringen und bei potentieller Evakuierungsgefahr friedlichen Widerstand zu leisten. Diesem Aufruf kam ich mit vielen anderen nach, während ich dort war blieb es ruhig, doch nun fand letzte Woche die Evakuierung zweier Großfamilien statt. Die Familien verliessen ihre Häuser am frühen Morgen und Abends bei einer Spontandemo der wir beiwohnten konnte man die Siedler schon in ihren frisch besetzten Häusern sehen. Eine sehr frustrierende Situation.

Aber, wie es in Israel und Palästina so ist, gewöhnt man sich daran das Unrecht zumindest teilweise auszublenden, was ja nun nötig ist, wenn man Abschiedspartys feiern möchte. So taten wir dies und hatten einige schöne Feierlichkeiten. Aus Neve Shalom, wo es für die Freiwilligen in letzter Zeit drunter und drüber ging, verabschiedeten sich in den letzten Wochen diverse Freiwillige, die noch eine schöne gemeinsame Party gaben.

Ich habe mich nun am letzten Dienstag mit freundlicher Begleitung verabschiedet und bin für ein paar Tage ins heiße Sinai gefahren, wo wir in Holzhütten hausten und das türkisblaue Wasser genossen.
Nun bin ich seit Donnerstagabend in Kairo, habe eine sehr angenehme Zeit verlebt und habe meinen zweiten Pass abgeholt!
Ich werde Morgen versuchen das Land Richtung Jordanien zu verlassen um von dort aus weiter nach Syrien, Libanon und in die Türkei zu reisen
Ich möchte euch während meiner Reise natürlich weiterhin auf dem laufenden halten. Da man in Syrien und Libanon jedoch garnix von Israel hält werde ich weder diesen Blog noch meine Rundmail Adresse weiter nutzen können. Daher bitte ich euch alle, sofern ihr weiterhin an meinen middleeast-news interessiert seit, mich unter marvinreisebericht – at – gmail.com anzuschreiben damit ich euch in der Kontaktliste speichern kann. Danke.
Bis Bald

In Jersualem soll ein neuer Parkplatz eröffnet werden, der auch am heiligen Shabbat geöffnet sein soll.

Diese Entscheidung entsetzte die ultra-orthodoxe Gemeinde der Stadt und somit finden seit nun drei Wochen Proteste der Haredim statt.
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Der Shabbat ist für das religiöse Judentum der Tag des Ausruhens und des Nicht-arbeitens. Unter den Begriff der Arbeit fällt im streng religiösen Spektrum selbst das Betätigen eines Lichtschalters oder das Entzünden eines Feuerzeugs. Daher ist es selbstverständlich auch verboten Auto zu fahren.
Wieso sollte also ein Parkplatz an Shabbat geöffnet sein?
Ganz einfach: Weil der Durchschnittsisraeli (43% der Israelis bezeichnen sich selbst als säkular und weit mehr den Shabbat nicht halten) den Shabbat nutzt um Ausflüge mit dem Auto zu machen, da die öffentlichen Verkehrsmittel ja nun nicht in Betrieb sind…
Somit fand während des ersten Parkplatz Protests vor 3 Wochen auch eine Gegendemonstration säkularer Israelis statt, die es satt haben sich von der Ultra Orthodoxen Minderheit ihre Art zu Leben diktieren zu lassen. Tatsächlich hat die haredische Gemeinde einen großen Einfluß auf die israelische Gesellschaft. So können jüdische Israelis nicht standesamtlich heiraten, sondern nur vor einem orthodoxen Rabbiner. Wollen reformierte Juden heiraten, oder möchte einE Jude/Jüdin einEn Goy (Nichtjüdin/Nichtjuden) heiraten, so ist es nur außerhalb der Staatsgrenzen Israels möglich.

Die Parkplatzproteste waren in den ersten Wochen recht gewalttätig, es flogen Steine auf Autos und verfaueltes Gemüse auf Polizisten, nun scheint es jedoch langsam ruhiger zu werden.
Ich war diese Woche in Jerusalem und habe mir das Spektakel nicht nehmen lassen. Die Demonstranten fielen ausschließlich durch ihre lauten „SHAAAABES“ (Shabes ist Jiddish für Shabbat) Rufe auf, verhielten sich jedoch recht friedlich.
Als ein israelischer Fernsehreporter vor den Demonstrierenden versuchte seinen Beitrag filmen zu lassen und die Situation zu schildern, sammelte sich eine Gruppe junger religiöser Kinder und Jugendlicher um ihn herum, die durch ihre lauten „SHAAAABES“ Rufe gegen die Nutzung einer Kamera am Shabbat protestierten…DSC_0250
Die Jugendlichen wurden daraufhin jedoch durchaus mit Androhung von Gewalt von der Polizei vertrieben. Die Polizei verhielt sich im allgemeinen nicht zurückhaltend, so konnte ich auch beobachten, wie ein Polizist hinter religiösen Kindern her lief und „SHAAAABES“ schrie…

Soviel zu meiner jüngsten Shabbaterfahrung, weitere Neuigkeiten findet ihr hier und hier.

In Alexandria gelandet und ausgeschlafen haben wir uns erstmal aus dem eckligsten Hostel in dem wir in der letzten Zeit unterkamen entfernt und die direkte Umgebung erkundet.

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Graffiti in Ägypten!!

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Da Jonathan bei seinem Sandboardingsturz ziemlich unvorteilhaft auf dem Kopf landete und er seitdem starke Nackenschmerzen mit sich herum trug, beschlossen wir ein Hamman (Türkisches Bad) aufzusuchen und die Schmerzen durch die dortige Hitzebehandlung zu lindern. Leider sind wir in Alexandria nicht fündig geworden. Keiner der zahlreichen Menschen die wir auf der Straße darauf ansprachen konnte uns tatsächlich weiterhelfen. Stattdessen wurden wir nach Kairo verwiesen, da gebe es bestimmt ein Hamman.

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einige Bilder vom Bahnhof in Alexandria

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Und tatsächlich hatten wir nach unserem ausgiebigen Pizzafrühstück in Alexandria nicht mehr allzuviel zu tun. Es gab weder irgendwelche Sehenswürdigkeitenn die uns brennend interessierten, noch hatten wir Lust einen der konservativen Strände aufzusuchen.

Apropos Konservativ; Alkoholkonsum ist in der muslimischen ägyptsichen Gesellschaft selbstverständlich (zumindest in der Öffentlichkeit) nicht gern gesehen. Es scheint jedoch, als erfreue sich der Alkohol außerhalb der Öffentlichkeit zunehmender Beliebtheit, so haben wir sowohl in Kairo als auch in Aleandria Filialen der auf Alkoholika spezialisierten Kette „Drinkies“ entdeckt. Drinkies liefert jeglichen Alkohol (laut ihrer Werbung) in ganz Ägypten direkt ins Haus ihrer Kunden…Wir haben diesen Service nie beansprucht, da sich direkt vor der Tür unseres Hostels in Kairo ein Schnapsladen, der ganze vier unterschiedliche ägyptische Biersorten führt, befand.

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Aber zurück nach Aleandria. Dort entschieden wir uns also schon am Nachmittag zurück nach Kairo zu fahren. Wir haben den Zug gewählt, der in nur etwas mehr als zwei Stunden, durch die grünen Reisfelder der Nildeltaregion, nach Kairo fährt.

Zurück in Kairo haben wir diesmal ein Hostel gewählt, dass sich auf dem Dach des Hauses befindet in dem das Hostel unser vorherigen Wahl liegt. Sollte jemand von euch irgendwann nach Kairo kommen, lege ich euch dieses Dachhostel, nahe. Auf dem Dach sind die einzelnen Zimmer Bungalowartig angelegt, zwischen der Räumen sind viele kleine Sitzecken und überall stehen Vollbewucherte Blumentöpfe herum. Ein wunderschönes Hostel, das uns nichtmal 3€ pro Kopf und Nacht gekostet hat!

Also in Kairo wollten wir unsere Hammansuche weiterführen, doch wurden auch hier nicht fündig, der Hostelbesitzer kannte wohl eins, wusste jedoch nicht wo es war und wollte uns auch nicht unbedingt dorthin schicken, da es dort, wie jeder Kairoer angeblich weiß, voll von Schwulen sei.

Er hat uns zugestimmt, dass das Schwulsein an sich ja nun nichts sonderlich verwerfliches sei, doch hättte er trotzdem Angst gehabt uns allein dort hin zu schicken…

Wie auch immer, nach weiterer erfolgloser Recherche im Internet und in der Backpackerbibel „lonely planet“ gaben wir die Suche auf und gönnten uns stattdessen ein Stella auf dem schönen Dach.

Als wir später am Abend etwas Essen gingen, landeten wir auf dem Rückweg durch mehrere Umwege in einem ägyptischen Parfumladen (keine Sorge, ein solcher Laden hat glücklicherweise wenig mit Douglas o.ä. gemein…) und dort fand Jonathan dann doch tatsächlich seine Genesungshilfe.

Es handelte sich um die großartige, allheilende „egyptian medicine“ :D

Dieses Wundermittel hat der Verkäufer Jonathan mit viel Engagement, ja nahezu Gewalt, einmassiert und ihm versprochen, dass die Beschwerden passé seien.

Zurück im Hostel trafen wir, wie der Zufall es so wollte, zwei unserer absoluten Lieblingsaktivisten die wir aus Israel und Palästina kennen. Es handelt sich um ein amerikanisches „Pärchen“. Sie ist schätzungsweise knapp 70 und Nonne. Er ist vermutlich etwas jünger und augenscheinlich Hippie. Die beiden verweilten gerad in Kairo, da sie auf einen Termin mit dem ägyptischen Außenministerium warten, durch den Sie sich erhoffen nach Gaza reisen zu können. Dort habe sie große Pläne, unter anderem planen Sie die Wiederaufbauhilfe der Internationalen Gemeinschaft in grüne Bahnen zu hieven. Die Hilfe soll in Solarkollektoren investiert werden, die die Gesellschaft Gazas mit einer günstigen und zuverlässigen Stromzufuhr versorgt. Über das Projekt werde ich weiter berichten, wenn die beiden mir detailiertere Informationen zu ihren Plänen zukommen lassen.

Heute Morgen habe ich zum zweiten Mal die deutsche Botschaft besucht und alle nötigen Unterlagen abgegeben, somit kann ich, sofern die Botschaft die Genehmigung der Gemeinde Henstedt-Ulzburgs bekommt, in etwa einem Monat meinen neuen Pass abholen. Yuhu :D !

Danach gings zur Busstation und somit auf die Rückreise.

Zuerst verweilten wir ca 8h im ägyptischen Bus, bis mein großer, lange befürchteter Auftritt am Grenzübergang bevorstand. Da mein letztes Visum für Israel nur für zwei Wochen war, rechnete ich diesesmal nicht mit mehr als einer Woche. Doch, habe ich die liebe Grenzbeamtin durch mein vieles Gerede scheinbar so aus dem Konzept gebracht, dass sie mir tatsächlich einen drei Monatsstempel in meinen Pass gedrückt hat! Von da an hing ein großes Grinsen auf meinem Gesicht und ich genoss diesen erfolgreichen, doch langweilligen Busfahrtag ein bisschen mehr. Also in Eilat angekommen ging es dann recht unspektakulär mit dem Bus nach Tel Aviv und von da aus zurück in die Oase des Friedens…

Hier werde ich jetzt erstmal ein paar Tage entspannen um dann mein rumfotografiere fortzuführen.

Das war also mein kleiner Ägypten Reisebericht, vielen Dank fürs lesen ;)

Mit den Informationen zu Siwa und unserem Wüstentrip war ich Gestern Abend zugegebenermassen äußerst sparsam. Das lag daran, dass der PC an dem ich saß es mir nicht erlaubte meine zuvor an meinem Computer verfassten Berichte (und Bilder) per USB-Stick rüberzuziehen. Also habe ich alles nochmal geschrieben und war als ich dann bei Siwa ankam zu müde um weiterzumachen.

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Also, Siwa ist eine Oase, in der ägyptischen Wüste. Im Westen grenzt die etwa 80km lange Oase an die große Sandwüste, die Ägypten mit dem nahen Lybien verbindet. Die etwa 23000 Bewohner Siwas sind größtenteils Berber, die ihre eigene Sprache haben und sich sowohl in gesellschaftlicher als auch kultureller Hinsicht von „den Ägyptern“ abgrenzen. Immer mehr Ägypter kommen allerdings nach Siwa, entweder um zu arbeiten ( in Siwa wird viel Trinkwasser abgefüllt) oder einfach um günstig zu wohnen. Wie man uns sagte kann man in Siwa ein großes Grundstück (mit Haus und Brunnen) für umgerechnet etwa 4000€ erwerben.

Besonders bekannt ist die Oase, neben dem Trinkwasser, für ihre Datteln und ihre gigantischen Oliven.

Wir haben nachdem wir uns im Hostel ausgeschlafen haben einen Spaziergang durch den Ort gemacht, bei dem wir uns die zerfallende Altstadt und sonstiges Treiben in Siwa genauer angeguckt haben.

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Die alte Moschee in der zerfallenden aus Lehm gebauten Altstadt, vor der neuen Moschee

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Ein Wohnhaus in der Altstadt siwahome moderneres Wohnhaus…

Danach ging es auf einen Geländewagentrip in die große Sandwüste. Unsere erste Station war ein Stop bei einer beliebigen Düne, von der wir mit dem von Ahmad, unserem Fahrer und Guide, mitgebrachten Sandboard hinuntergecruised sind.

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Nachdem sich jeder einmal in den Sand geschmissen hat, gings weiter zu einem See in mitten von einem Meer aus Sand. Dieser See war aber absolut nicht so metaphorisch, wie das Meer. Inmitten der Wüste liegt tatsächlich ein kleiner, kühler See, in dem wir entspannt schwimmen gegangen sind.

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Nur zwei Kilometer von dem See entfernt legten wir uns in ein nach Schwefel stinkendes Becken, dass von einer heißen Quelle gespeisst wird. Diese Quelle wurde vor einigen Jahrzehnten von einem britischen Unternehmen gefunden, dass die Wüste nach Erdöl durchbohrte.

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Nach alldem landeten wir in einem Camp am Rand der Oase, wo wir eine Shisha und Abendessen bekamen. Ich war an diesem Punkt aber irgendwie schon so von der Hitze mitgenommen, dass ich kaum was essen konnte…Also hab ich eine Stunde rumgelegen, bevor’s zurück ging.

Heute wollten wir früh aufstehen und vormittags eine Radtour zu einem der großen Salzseen zu machen. Leider haben wir diese Chance verpennt und sind erst in der Mittagssonne aufgewacht. Also entschlossen wir uns dazu den Nachmittag weiter zu entspannen und Abends mit dem Bus nach Alexandria zu fahren. Dazwischen kam noch ein kleines Problem mit dem örtlichen Geldautomaten in Siwa…Mir ist schon gestern das Geld ausgegangen und der Geldautomat war kaputt, Jonathan hatte jedoch noch was, also haben wir uns keine großen Sorgen gemacht. Nun war der Geldautomat aber heute immernoch kaputt , Jonathans Geld ging auch zur Neige und wir haben das Hostel noch nicht bezahlt. Also haben wir den Menschen dort vorgeschlagen, dass wir das Geld überweisen, wenn wir die Möglichkeit haben. Ahmad hatte dann aber die Idee, dass er das Geld ersteinmal vorstreckt und wir irgendwelchen Touristen, die wir in Alexandria in einen Bus nach Siwa steigen sehen, einen Umschlag mit den 75LE, seinem Namen und Adresse darauf, geben,

Hoffentlich finden wir entsprechende Menschen…

PS: Jetzt sind wir in Alexandria, heute Abend wollen wir wieder in Kairo sein. Ich versuche dort dann die Wuesten- und Alexandria Bilder hochzuladen!

Hallo allerseits!

Ich sitze gerad in nem Internet Cafe in der Oase Siwa, in der Naehe von Lybien und habe hier keine Moeglichkeit Dinge hochzuladen, daher kommen die Bilder spaeter und ich berichte erstmal so ueber die letzten Tage.

Am Samstag haben Jonathan, Maki und Ich das sogenannte islamische Viertel Kairos besucht. Der Name ist etwas irrefuehrend, da ja nun gesamt Kairo, bis auf eine kleine christlich-koptische Minderheit in der Altstadt, muslimisch ist. Zu dem ist das Viertel vermutlich gekommen, weil es eine ueberaus grosse Dichte besonders eindrucksvoller Moscheen aufweist.

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Einige dieser Moscheen haben wir uns von innen angeguckt und in einer durften wir sogar auf das Minarett steigen und hatten von da einen grandiosen Ausblick ueber das Viertel und Kairo. Besonders auffaellig bei dem Blick auf das islamische Viertel von oben waren die vielen Wohnhausruinen, die das Bild neben den vielen Minaretten und den bunten Maerkten praegten. Diese Ruinen sind die immernoch nicht wieder aufgebauten Ueberreste des grossen Erdbebens in Kairo in 1992.

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Beendet haben wir unseren Trip durch das Viertel in der im 11. (oder12…) Jhd. erbauten Zitadelle die ueber Kairo trohnt und in der Pascha Mohammad Ali im 19. Jhd. die nach ihm benannte riesige Moschee aus Alabasterstein bauen liess.

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aliinnen

Neben der beeindruckenden islamischen Architektur habe ich vor allem die Markt Szenen in den verwinckelten Gassen des Viertels genossen. Die Maerkte sind voller Leben, Geschrei und Geruechen, obwohl es sich dabei nicht unbedingt um den so hoch gelobten Duft orientalischer Gewuerze, sondern eher um alten Fisch und in der Hitze schmorenden Muell handelt. Trotzdessen oder auch deswegen haben diese Gegenden eine bersondere Athmospaere, die natuerlich auch massgeblich durch die vielen Begegnungen mit netten Menschen gepraegt wird. Die amuesanteste Begegnung hatten wir dort mit einem kleinen Jungen, der uns in der Kairoer Hitze schwitzen sah und uns „Welcome to Alaska!“ zu rief :D

baby

halbierterkuhkopf

Nach diesem Trip sind wir zurueck nach Downtown gefahren und haben nach Hochhaeusern gesucht, von denen aus wir uns die letzten Sonnenminuten ueber dem smogigen Kairo angucken konnten. Unsere erste Wahl war das oertliche Hilton, wo man uns leider nicht aufs Dach sondern nur in das Restaurant direkt unter dem Dach lassen wollte…Also haben wir weiter Haeuser abgeklappert, bis wir schliesslich eines gefunden haben, bei dem der Besitzer des Hostels, dass im obersten Stockwerk lag, uns aufs Dach liess.

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Gestern bin ich mit Jonathan zur deutschen Botschaft gegangen um mir einen neuen Pass zu besorgen. Es klang alles garnicht mal so schlecht, man verlangt von mir jetzt nur, dass ich ein Begruendungsschreiben verfasse das erklaert warum ich in Laender moechte in die ich mit meinem aktuellen Pass nicht hineinkomme. Darueber muss ich mir nochmal Gedanken machen, leider habe ich ja noch kein Jobangebot in Beirut oder Damaskus… ;)

Danach trennten sich unsere Wege vorruebergehen, da Jonthan sich gerne das aegyptische Museum angucken wollte, waehrend ich mich zu muede fuer all das Gedraenge fuehlte und mit dem Museum fuer islamische Kunst, mit den grossen Ausstellungen zu arabischer Kalligraphie, zum Ziel durch Kairo spazierte.

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Doch leider wird das Museum momentan renoviert und daher wurde aus der Museumsidee fuer mich nichts. Stattdessen bin ich wieder durch das islamische Viertel gestapft und habe mir die entlegensten Ecken angeguckt, unter anderem bin ich in einer Gegend gelandet, in der jeder zweite Laden ein Buchladen war, deren einzigen Exponate unterschiedlichste Ausfuehrungen des Kuran waren.  Ich verstehe einfach nicht warum diese babarischen Fantasystories immernoch solche Bestseller sind…

Wie auch immer, spaeter habe ich mich dann mit Jonathan wieder getroffen, haben uns uebertrieben satt gegessen und uns in den Bus Richtung Siwa gesetzt.

Hier sind wir also heute morgen um 6h angekommen und haben uns entschlossen doch noch ein Hostel zu suchen. Als wir dann wieder frisch waren haben wir uns die Stadt genauer angeguckt und eine sehr geile Tour durch die grosse Sandwueste gemacht. Dafuer brauch ich jetzt aber echt die Bilder, sonst glaubt ihr mir nicht, dass wir mitten in der Wueste in einem kleinem See gebadet haben :)

Fuer genauere Ausfuehrungen bin ich jetzt zu muede. Demnaechst, vermutlich wenn wir in Alexandria landen, gibts dann genaueres und die Bilder!

Salam w Aleikum ya shabab,

Heute haben wir eine Tour gemacht, die sich rund um uralte Steine, die totalitärste Führer ehren, drehte. Wir haben uns die Pyramiden in Sakkara und Gizeh angeguckt und einige Museen in Memphis und Sakkara besucht. Der Höhepunkt war ein relativ überteuerter Ausritt mit einem Kamel und drei Pferden, in der Wüste bei Gizeh. Zu alldem gibt es im Grunde nicht allzuviel zu berichten, daher lass ich einfach mal die Bilder sprechen.

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Gizeh

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Die großen Pyramiden mit Gizeh im Hintergrund

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Der Reiseführer hatte recht, es reiten tatsächlich Beduinen auf Kamelen vor den Pyramiden lenks…

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Marki, Jonathan und Ich…das mit dem Lächeln haben wir leider nicht synchron hinbekommen…

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Mastabad Al Firaun

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Eine der meiner Meinung nach interessantesten Ausstellungsstücke in Sakkara. Möglicherweise handelt es sich bei diesen abgemagerten Menschen um die Sklaven, die die Pyramiden erbaut haben…

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Die schönen Füße eines seit etwa 5000 Jahren toten Menschen

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Hyroglyphen in der Teti Pyramide in Sakkara

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Ramses II und sein aktueller Bodyguard

Wir haben heute die zwei Gesichter der ägyptischen Gesellschaft gegenüber touristischen Ausländern kennengelernt. Zum einen das auf den größtmöglichen Profit ausgerichtete, in Touristenzentren dominierende und zum anderen das ehrlich gastfreundliche, nur wenige Straßen von den Touristenzentren entfernt anzutreffende. Ein großartiges Beispiel für ersteres war ein beduinischer Guide, der uns nahezu rennend durch einen Tempel in Sakkara führte, auf die kunstvolle Wanddekoration hinwies und so Dinge, wie „look, cow, look this family cow, excuse me, come [er rennt in den nächten, leeren, Raum] look, this finish, statue in egyptian museum cairo“ von sich gab und danach dafür nachdrücklich auf ein saftiges Backschisch (Trinkgeld) bestand. Natürlich kann man ihn nicht leer ausgehen lassen denn seine Hilfsbereitschaft war recht nett, doch wäre der Tempel Besuch in einer ruhigen Athmospäre in der man alles hätte nachdrücklich auf sich wirken lassen können sicherlich angenehmer gewesen.

Das schönere Gesicht haben wir zum Beispiel kennengelernt, als wir in einer absolut untouristischen Gegend großartige arabische Kochkunst erwarben, für drei Personen nur 5,5Pfund (weniger als 1€…) bezahlten und mit dem Verkäufer großen Spaß hatten, weil er sich so wunderbar über unser schlechtes Arabisch amüsieren konnte…

Bin müde, Morgen geht’s weiter.

Am Mittwoch haben Jonathan und ich uns auf die große Reise ins große Ägypten begeben.
Ersteinmal mussten wir die etwa 300km von Neve Shalom nach Eilat schaffen, um von dort die Grenze zum ägyptischen Taba zu überwinden und von Taba 600km nach Kairo zufahren.
Nun haben wir uns entschlossen die Reise so günstig wie möglich zu halten und keine unnötigen Fahrtkosten zu zahlen. Also sind wir mit vier verschiedenen Mitfahrgelegenheiten quer durch Israel getrampt, bis wir schließlich mitten in der Negev Wüste für knapp zwei Stunden festsassen und entnervt den Bus nach Eilat nahmen.

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In Eilat angekommen wollten wir schnellstmöglich das ägyptische Konsulat aufsuchen um unser Visum zu beantragen. Also haben wir die erst beste Person nach dem Weg zum Konsulat gefragt, nachdem er uns umständlich den Weg erklärte und sich schon verabschiedet hat, rief er uns von seinem Motorad zu, dass ihm gerad auffalle, dass in dem Wagen hinter ihm der Konsul sitze… Also haben wir die Gelegenheit genutzt und den Konsul gebeten uns mit zum Konsulat zu nehmen. Das Konsulat war allerdings schon geschloßen und der wehrte Herr Konsul empfiehl uns am nächsten Tag wieder zu kommen.
Also entschlossen wir uns nach einem entspannten Badenachmittag uns etwas Gemüse und (für Jonathan) seltsame Fleischringe zu grillen, um danach gesättigt am Strand zu übernachten.

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Und, wer hätte es geglaubt, selbst Nachts fühlt sich die sommerliche Luft in Eilat verdammt sommerlich, nahezu brütend heiß, an. Also haben wir uns alle fünf minuten etwas Wasser auf den Körper gespritzt und vesucht den kurzen Moment der Kühle zum einschlafen zu nutzen.
Am nächsten Tag wachten wir natürlich relativ früh auf, haben uns schnell das Visum geholt und sind zur Grenze gefahren. Dort hatte ich das großartigste Grenz- und Soldatenerlebniss meines bisherigen Lebens. Als ich bei der israelischen Passkontrolle an der Reihe war beachtete die Soldatin mich zuerst nicht, da sie gerad dabei war eine Blume aus Papier zu falten, als sie ihr Kunstwerk vollendet hatte schob sie es unter dem Schalter hindurch und begann, als würd sie es immer so machen, mit der Bearbeitung meines Passes. So schön wie es begann blieb es natürlich nicht, da die Visasituation in meinem Pass momentan etwas konfus und unübersichtlich aussieht und man da als GrenzsoldatIn ja natürlich nicht so unbeteiligt drüber hinwegsieht…
Wie auch immer, in Taba angelangt mussten wir leider feststellen, dass wir den einen Bus gerad verpasst haben und der nächste ausfällt, so dass der tatsächlich nächste erst sechs Stunden später kam. Also mussten wir möglichst viele Kairointeressierte finden um schnell ein Sammeltaxi zu füllen. Nach einer gewissen Verhandlungszeit haben wir uns auf einen Fahrpreis bis zur Central Bus Station in Kairo geeinigt und konnten aufbrechen.
Ich möchte nicht jammern doch denke ich, dass ich auf der sechsstündigen Fahrt das Leid einer Legehenne, die auf einem Raum der nichtmal ihrer Körpergröße entspricht eingefercht ist, im Ansatz kennenlernte…Es war recht eng.
Als wir uns schließlich Kairo näherten hielt Ibrahim, unser lieber Fahrer, unter einer Autobahnbrücke und meinte er könnte nicht weiterfahren und wir sollten von dort aus ein Taxi nehmen. Als wir uns kollektiv weigerten auszusteigen fuhr er noch einige Kilometer weiter bis zu einer Busstation im äußersten Bezirk Kairos. Wir appelierten weiter an seine beduinisch-arabische Ehre und baten ihn uns wie abgesprochen nach Downtown zu fahren…Doch Ibrahim blieb etwa eine Stunde standhaft, so dass wir von dort schließlich doch in Taxen umstiegen.
In Downtown Kairo angekommen machten wir uns mit einer japanischen Doktorantin der Amerikanischen Geschichte des 19. Jahrhunderts auf die Suche nach einem günstigen Hostel. Auf der Suche trafen wir einen netten Herren, der uns direkt in zwei unterschiedliche, sehr günstige Herbergen führte, die jedoch alle belegt waren. In der dritten, in der noch Räume frei waren handelte er uns schließlich die Hälfte des eigentlichen Preises heraus und wir blieben. Wie sich nun jedoch herausstellte, war sein liebenswürdiges Engagement nicht durch puren Altruismus begründet. Da er ahnte, dass wir gerade erst eingereist sind, bat er uns in einen Duty Free Laden zu gehen und für ihn einen Haufen Schnaps zu kaufen. Dem sind wir selbstverständlich nachgekommen und er hat sich direkt mit uns für morgen Abend verabredet um seine frisch erworbenen Spirituosen anzukosten.
Nun sitze ich mit einer Dose ägyptischem Bier auf dem Balkon unseres Raumes im 5. Stockwerk über den Straßen Kairos und geniesse das immernoch hektische Treiben in dieser verrückten Riesenstadt aus dieser etwas anderen Perspektive.

blickaushotelfenster

Soweit von mir jetzt, morgen gibt’s mehr.

Der Weinberg

Juni 21, 2009

Diesen Artikel hab ich ganz zu Beginn meiner Weinbergszeit geschrieben. Nun hab ich den durch die ganze Internetabstinenz total vergessen, wollt ihn euch aber trotzdem nicht vorenthalten.

Seit einer Woche und ein paar Tagen treibe ich mich nun schon auf dem Weinberg der Familie Nassar über dem Dörfchen Na’alin, südlich von Bethlehem herum.
Und, was soll ich sagen, es gefällt mir sehr gut.
Zur Geschichte um den Berg und über die Projekte die darauf stattfinden, habe ich ja damals, nach meinem ersten Besuch hier schon euphorisch berichtet.
Nun möchte ich also etwas zu dem Leben, wenn man danach nach einer Woche denn schon sprechen kann, schreiben.
Der Tag beginnt hier recht früh. Um 7 Uhr gibt es laut Plan Frühstück für Lars, einen Freiwilligen, der schon seit 9 Monaten hier ist und noch 4 weitere bleibt, Daher Nassar, das Familienmitglied, dass ständig auf dem Berg lebt und mich.
Danach geht es an die alltäglichen Aufgaben, die es auf so einem kleinen Bauernhof halt zu erledigen gibt. Lars kümmert sich meist um die Tiere, zur Zeit sind es nur eine handvoll Ziegen, ein Pferd inklusive Pfohlen, einige Hühner und eine Horde bekloppter, ständig kleffender (und ihrer Wachfunktion damit in keinster Weise nachkommender) Hunde…
Und ich begebe mich morgens als erstes in das große Gewächshaus, dreh den Hahn für die Tropfenbewässerung an und gucke den Tomaten, Gurken und Paprikapflanzen verschlafen beim wachsen zu. Danach varrieren die Arbeitsoptionen, mal pflückt man Getreide per Hand und lässt es zu Stroh werden, mal befreit man junge Oliven oder Mandelbäume von wasserstiehlendem Gestrüpp.
Das ganze wird unterbrochen durch viele Tee- und selbstgewählte Lesepausen…
Oder durch den Besuch von Touristengruppen, die sich über ökologischen Landbau mit primitivsten Mitteln in trockenen Gebieten und über den andauernden Widerstand gegen die drohende Enteignung der Nassars informieren möchten.
Gegessen wird hier, was Daher auf den Tisch bringt, das ist nichts überragendes, aber er möchte den Kochjob auch nicht aus der Hand geben. Vermutlich hat er schlechte Erfahrungen mit europäischer Küche gemacht…
Die Ruhe hier tut mir momentan sehr gut, die Arbeit und die Pausen im Schatten meines favorisierten Olivenbaums bieten gute Gelegenheiten über Geschehenes zu reflektieren und
über Bevorstehendes nachzudenken.
Am Abend, wenn der Generator für 1,5 stunden läuft, sitze ich, wie jetzt gerade entspannt am Computer, blicke auf die hellerleuchete Siedlung und lausche den zwei Muezinen unten im Dorf, wie sie um die Wette lobpreisen.

Diese Abgeschiedenheit hat für mich einen sehr idyllischen Charakter und das bodenständige Leben gefällt mir sehr gut.

Ich habe vor einiger Zeit zusammen mit Jonathan, einem meiner Mitfreiwilligen in Neve Shalom ein neues Blogprojekt begonnen.

Auf www.actionsandwords.wordpress.com werdet ihr politische Kommentare von uns beiden finden. Ich habe nach der Wahl des Rassisten Lieberman zum Außenminister den Anfang gemacht.

Der zweite Artikel ist auch nicht sonderlich erfreulich. Es liegt mir aber gerade bei diesem sehr am Herzen, dass ihr ihn lest. Es geht um Bassem Abu Rahmeh, der am letzten Freitag auf einer Demonstration gegen die Mauer in Bil’in erschossen wurde.Ich kannte Bassem persönlich und habe ihn als eine sehr friedliche Person kennengelernt. Er war Stolz auf den friedlichen Widerstand in Bil’in und hat immer versucht steineschmeißende Jugendliche zurückzuhalten.

Bassem wurde ermordet und ist der erste Märtyrer des friedlichen Widerstands in Bil’in. Das ganze Dorf ist seit seiner Beerdigung mit Postern von ihm geschmückt. Bil’in hat einen starken und lauten Kämpfer verloren.

Bilder von seiner Beerdigung und der mometanen Stimmung in Bil’in folgen.

Pessach bei Jitzchack

April 25, 2009

Unser guter Freund Jitzchack Avni hat Maya, mich und wen auch immer wir noch dabei haben wollten, zum Pessach Sseder eingeladen.
Pessach ist ein jüdisches Fest, an dem der Auszug der Israeliten aus Ägypten und somit die Befreiung des Volkes gefeiert wird. Um das Leiden der biblischen Juden nachzuempfinden, gibt es zu Pessach spezielle Speiseregeln: z.B. sind gesäuerte Speisen Verboten und so findet man in der Pessach Woche weder Bier noch normales Brot im Supermarkt, dafür sind Mazot, ungesäuerte Brote allgegenwertig.
Der Sseder Abend wird mit besonderen Speise- und Gebetsritualen begangen.
Maya hat vor dem Fest, dass Gebetsbuch, die Pessach Hagaddah, intensiv studiert um Jitzchack etwas unter die Arme greifen zu können.
Es war ein sehr interessanter und lustiger Abend.


Maya und Ich besuchen Jitzchack seit einigen Monaten wöchentlich, lauschen seinen spannenden Berichten über sein Leben und unterstützen ihn soweit es uns möglich ist.
Anfang dieses Jahres ist Jitzchacks Buch „Von Prag Nach Jerusalem“ veröffentlicht worden.

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